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Corona und die Folgen: Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt

Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen lassen die Schlussfolgerung zu, Deutschland sei bislang recht glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen: Bei 6,2 % lag die Arbeitslosenquote im März 2021.

Allerdings kommen zu den statistisch gezählten 3 Mio. Arbeitslosen rund eine Mio. sogenannte „Unterbeschäftigte“ hinzu, die zwar auch arbeitslos sind, aus diversen Gründen (weil sie z.B. älter als 58 Jahre sind) jedoch nicht mitgezählt werden. Die amtlichen Zahlen schließen zudem eine Mio. Mini-Jobber aus, deren 450,- € Beschäftigung weggefallen ist, sowie die nicht leistungsberechtigte „stille Reserve“ von 1-2 Mio. weiteren Menschen, wie die derzeit ca. 3 Mio. kurzarbeitenden Personen. Zählt man all diese Menschen zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, so sind eher zwischen 9 und 10 Mio. Bürgerinnen und Bürger existenziell von der Corona-Krise betroffen bzw. extrem beruflich und finanziell gefährdet.

Hinzu kommen die besonders von den pandemischen Auswirkungen betroffenen Freiberufler und Freischaffenden, Kleingewerbetreibenden und Soloselbständigen sowie deren mitarbeitende Familienangehörige, Honorarkräfte u.a., denen zwar Auffanghilfen seitens des Staates und/oder der Länder versprochen wurden, die aber bislang oftmals nur einen Bruchteil der Mittel erhalten haben.

Krisenzeiten wirken auch wie Katalysatoren bei der weiteren Digitalisierung, Automatisierung und dem starken Ausbau von Künstlicher Intelligenz. Humankapital wird zunehmend als unkalkulierbarer Risikofaktor bewertet. Wo Arbeitsplätze wegrationalisiert werden können, wird dies getan.

Die ÖDP empfiehlt u.a.

  • direkt auszuzahlende Pauschalhilfen in Notfallzeiten;
  • Steuerfinanzierte Sozialversicherungen für alle Bürgerinnen und Bürger;
  • Gemeinwohl als Grundlage bei Arbeitsmarkt und Tarifpolitik sowie bei Wirtschaftsförderung;
  • eine steuerfreie Grundpauschale für alle, die insbesondere als Kompensation zur CO2-Bepreisung und weiterer Ökosteuern finanziert wird;
  • Sozialleistungen als Individualrecht → eine Umwandlung des ungerechten und unzeitgemäßen Bedarfsgemeinschaftssystems.

Die ÖDP streitet außerdem für die volle Anerkennung der wichtigen Erziehungs- und Pflegearbeiten im privaten Bereich.